Blankenheim

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BLANKENHEIM

Verweilen an der Quelle

NS-Zwangsarbeitslager Blankenheim/Ahr

In Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs kamen 1938 Tausende Arbeiter zum Bau militärischer Anlagen in die Eifel. 1940 verließen die sogenannten „Westwallarbeiter“ die Region wieder, die Barackenlager blieben jedoch bestehen.

Das NS-Zwangsarbeitslager von 1940 bis 1945:

Während des Zweiten Weltkrieges verschleppte die Deutsche Wehrmacht Millionen Menschen aus den von ihr eroberten Gebieten zur Zwangsarbeit ins Reichsgebiet. Die als Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge deportierten Menschen wurden im nationalsozialistischen Sprachjargon als „Zivile Arbeitskräfte“ bezeichnet.
Viele von ihnen wurden entlang der Westgrenze in ehemaligen RAD-Lagern interniert. Die Reichsbahn im Schleidener Land zählte zu den großen Arbeitgebern von zivilen und kriegsgefangenen Zwangsarbeitenden, die zur Instandhaltung der kriegswichtigen Bahnstrecken gezwungen wurden.
Bereits 1940 hatte die Eisenbahnverwaltung das ehemalige „Reichsarbeitsdienstlager“ am Bahnhof Blankenheim übernommen. Es bestand aus fünf Baracken, in denen fortan zwischen 150 und 230 Kriegsgefangene sowie Zwangsarbeitende aus Osteuropa interniert wurden. Die Menschen arbeiteten vor allem an der Eisenbahnstrecke Köln-Trier, wo sie kriegsbedingte Schäden reparieren mussten.
Die Lebensbedingungen im Lager waren schlecht, körperliche Erschöpfung und Hunger an der Tagesordnung. Viele Gefangene starben. Im September 1944 wurde das Lager wegen grassierender ansteckender Krankheiten vorerst geschlossen.

Am 16./ 17. November 1944 wurden in die von Bettwanzen befallenen Räumlichkeiten 201 Niederländer einquartiert. Der Älteste war 49 Jahre alt, der Jüngste 17 („Beruf: Schüler“).

Am 7. März 1945 wurden die Lagerbewohner durch amerikanische Soldaten befreit.

Aufgrund der Bombenangriffe, der schlechten Versorgung mit Lebensmitteln, der mangelnden Hygiene starben etliche der Gefangenen, darunter drei Kinder, und wurden in Blankenheimerdorf und Blankenheim beigesetzt.

Hier die Namen der im Lager Blankenheim verstorbenen Ausländer:

  • Feodor Iwanow 26.6.1936 - 11.8.1944
  • Michael Iwanow 30.11.1943 - 7.8.1944
  • Michael Paramonow Juni 1944 - 10.8.1944
  • Simon Scheffer 25.7.1914 - 26.12.1944
  • Pieter Johann Timmermann 3.10.1917 - 18.11.1944
  • Jakob Ubas 20.5.1908 - 29.1.1945

nach: Sterberegister Standesamt Blankenheim